Netzjustiz

15. November 2006, 21:14:55

Foto von einem Pranger
aus dem ehemaligen Foltermuseum Freiburg i.B.
Lizenz erfordert Namensnennung
Weitergabe unter gleichen Bedingungen

Was passieren kann, wenn man die Netiquette verletzt, kann man eindrucksvoll bei Basic Thinking sehen: StudiVZ wird dort des Software-Diebstahls und Domaingrabbings bezichtigt. Das Blog ist wichtig genug, dass einer der Gründer bereits nach einer guten Stunde zum Beitrag Stellung nimmt. In bisher 37 Kommentaren und Trackbacks wurden weitere Kritikpunkte genannt (Löschen unerwünschter Kommentare auf der Firmenwebsite und Bedenken hinsichtlich der Datensicherheit) und auf andere kritische Beiträge verwiesen. Besonders ausführlich (aber leider auf englisch): Karsten Wenzlaff.

Bereits am nächsten Tag meldete sich einer der vom Domaingrabbing Geschädigten und die Auseinandersetzung wird öffentlich geführt.

Aktuell schlägt das Thema in der Blogosphäre hohe Wellen, weitere Vorwürfe wie Wikipedia-Fälschung, geschmackloser Umgang mit dem Dritten Reich oder Fakeblogging werden erhoben.

Das ist eine moderne Form des Prangers. Ja, cool, so urdemokratisch, weil (zumindest bisher?) unorganisiert, und weil tatsächlich viele und als besonders vertrauenswürdig geltende Menschen sich gegen "Täter" wenden müssen, bevor in der Blogosphäre ein Thema draus wird. Und weil auch "Taten" bestraft werden können, die bisher nicht justiziabel sind.
Trotzdem scheint der juristischen Betrachterin ein rechtsstaatliches Verfahren besser zu sein: Objektive Beweiswürdigung, Entscheidungen, die auf langjährigen gesellschaftlichen Entwicklungen beruhen und im Falle eines Freispruchs ein Ende des Verfahrens. Die Gründer von StudiVZ können sich in der Internetbranche nirgends mehr blicken lassen. Auch in zehn Jahren noch, wenn sie Erfahrung und Seriosität gewonnen haben mögen, wird man die heute geschriebenen Beiträge in Suchmaschinen finden können.

Vielleicht gibt es aber in zehn Jahren eine staatliche Internet-Justiz, die Verstöße gegen Treu und Glauben ahndet und das Verschwinden von Blogwellen erzwingt. Who knows?

Update: Stellungnahme von StudiVZ.

Ping-Dreck

13. November 2006, 20:02:28

Blogger können pingen oder trackbacken. Das Problem dabei ist: Spammer tun das auch. Wie Anti-Spam-Tools den Ping-Dreck aussortieren, was man tun muss, damit die eigenen Pings kein Dreck sind, und wie das überhaupt alles geht, erklärt Michael Wöhrer super anschaulich auf seinem Blog, das ich gleich trackbacken werde. Ich hoffe, ich mach’ das richtig!

Via Basic Thinking.