Cyber-Dissident
Nett sieht er aus, der junge Mann, der uns hier verhalten lächelnd durch seine Brille hindurch entgegenblickt.
Inzwischen hat er Hautreizungen und Atemwegsprobleme. Und anscheinend hat er keinen Zugang zu einem Arzt. Und außerdem muss er weiter die staubige Arbeit tun, durch die er krank geworden ist.
Shi Tao ist sein Name, amnesty international nennt ihn einen “Cyber-Dissidenten”, er sitzt seit mehr als zwei Jahren im Gefängnis. Er hatte über seine Yahoo-Adresse eine E-Mail nach Amerika geschickt. Die E-Mail wurde anonym veröffentlicht. Mit Yahoos Hilfe bekam der chinesische Staat seinen Namen raus und er wurde zu zehn Jahren Haft verurteilt.
Bereits 3111 Personen haben amnesty internationals Online-Petition unterzeichnet. In dem Text wird um Freilassung für Shin Tao gebeten und um medizinische Hilfe für ihn. Außerdem wird gebeten, auch in China die Informationsfreiheit zu fördern. Die Petition wird zusammen mit der Liste der UnterzeichnerInnen der chinesischen Botschaft übergeben.
Ich meine: Jeder, der gerne Blogs liest, hat ein Interesse daran, dass in möglichst vielen Ecken der Welt Informationsfreiheit und Meinungsäußerungsfreiheit herrschen. Und eine Online-Petition ist schnell unterzeichnet. Und übrigens lange nicht so hoffnungslos, wie man denken könnte: In über 40 Prozent der Fälle, in denen amnesty international aktiv wird, kann wenigstens eine Verbesserung für die Betroffenen erreicht werden. Also: Drei Petitionen unterzeichnet, zwei Menschen geholfen.
Zur Petition.
Dieser Beitrag wurde geschrieben am 12. Februar 2007 um 19:40:56 und abgelegt unter Allgemein, Grundrechte, Staatsrecht, E-Mail. Die Kommentare mit diesem RSS 2.0 Feed verfolgen. Sie können ein Kommentar schreiben oder ein Trackback hinterlegen.
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