"Die Studenten müssen essen"

Mensa TU Darmstadt Lichtwiese, 2004
Mensa TU Darmstadt

Die Mitgliederversammlung des Deutschen Studentenwerkes (DSW) und ihr Präsident, Prof. Rolf Dobischat, forderten gestern eine Verbesserung der finanziellen Bedingungen für Studierende auf mehreren Ebenen. Zunächst geht es um das BAföG, das nicht ausreiche, um den Lebensunterhalt während des Studiums zu sichern. “Der Bedarf eines Studierenden monatlich liegt zwischen 700 und 800 Euro, und zwar im unteren Bereich”, sagte Prof. Dobischat gestern im Deutschlandradio. Das BAföG decke maximal 30, 40 Prozent davon ab. Weitere Einkommenssäulen seien Studentenjobs und Zuwendungen der Eltern.

Die Bundesregierung strebt an, dass 2010 bereits 40 Prozent eines Jahrganges studieren sollen. “Die zusätzlichen Studierenden werden vor allem aus einkommensschwächeren Familien und dem Mittelstand kommen müssen - für sie ist das BAföG das beste Argument für ein Studium”, sagte Prof. Dobischat auf der Mitgliederversammlung des DSW. Deshalb müssten Bund und Länder Sofortmaßnahmen zur Verbesserung des BAföG ergreifen. Das DSW fordert, dass Freibeträge und Bedarfssätze zügig angehoben werden. Der Vermögensfreibetrag müsse auf 10.000 Euro steigen. Außerdem solle das BAföG an die Einkommensentwicklung gekoppelt werden. So wie es jetzt schon bei den Renten der Fall ist.

Wichtig ist dem DSW, einen sozialverträglichen Umgang mit den in vielen Bundesländern fälligen Studiengebühren zu finden. Diese Länder sollten im Rahmen des BAföG Sozialstipendien bereitstellen, damit trotz der Studiengebühren auch für Einkommensschwache ein Studium möglich bleibt. Außerdem müssten Migrantinnen und Migranten besser gefördert werden, sowie Studierende, die sich während des Studiums für ein Kind entscheiden.

Darüber hinaus fordert Prof. Dobischat mehr Geld für die Lehre an Hochschulen und kritisiert den geplanten Hochschulpakt als “völlig unzureichend”. Über den Hochschulpakt 2020 werden die Regierungschefs von Bund und Ländern nächste Woche entscheiden.

Doch auch für die Studentenwerke selbst will Prof. Dobischat mehr Geld: “Die Studenten müssen leben, die Studenten müssen wohnen, die Studenten müssen essen.” Die Studentenwerke bieten psychologische Beratung und Sozialberatung für Studierende an, informieren über Studium mit Behinderung und fördern kulturelle Aktivitäten der Studenten. Rund 180.000 Studierende wohnen preisgünstig in einem der Wohnheime, die von den deutschen Studentenwerken betrieben werden. “Abwechslungsreiche Speisen und Getränke zu günstigen Preisen, orientiert an den Grundsätzen einer gesunden Ernährung” (Eigenwerbung) bieten die Studentenwerke in 707 gastronomischen Einrichtungen mit insgesamt über 198.000 Plätzen an. Die Mahlzeiten werden von den Bundesländern bezuschusst.

Dieser Beitrag wurde geschrieben am 7. Dezember 2006 um 21:25:50 und abgelegt unter Sozialrecht. Die Kommentare mit diesem RSS 2.0 Feed verfolgen. Sie können ein Kommentar schreiben oder ein Trackback hinterlegen.

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